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"Papier (Internet) ist geduldig"
"Papier ist geduldig" sagte ein Resident auf Siquijor, als er hoerte, dass wir als naechstes in die Residencia "Tropicana/Sunshin Bay" auf Negros gehen werden. Was er uns damit sagen wollte, verstanden wir erst Wochen spaeter.
Der Inhaber spricht gern von Verwoehntouristen. Anscheinend verwechselt er voellig normalen Komfort und den Anspruch darauf mit Verwoehnen. Die gesamte Miete fuer unseren fuenf-woechigen Aufenthalt im Bungalow verlangte der Inhaber entgegen allen Gepflogenheiten im Voraus. Er begruendete dies mit Planungssicherheit. Uns ist jetzt klar, warum wir im Voraus zu bezahlen hatten, denn ein Regress wurde uns fuer die ganzen Missstaende nicht gewaehrt. Alles fuer den taeglichen Bedarf muss umstaendlich entweder zu Fuss oder kostenaufwaendig mit einem Put Put oder Tricycle von Zamboanguita oder mit dem Linienbus von Dumaguete in die Residencia transportiert werden. Fuer aeltere Residenten eine Zumutung. Doch auch hier greift vermutlich die Bezeichnung des Inhabers mit "Verwoehntouristen". Auf diese Art werden von ihm alle eigenen Unzulaenglichkeiten abgewiesen.
Unsere Bewertung nach fuenf Wochen Aufenthalt:
1.
Man benoetigt 15 Minuten zu Fuss auf Feldwegen nach Zamboanguita.
2.
Dieser Weg ist gefahrvoll unter voll haengenden Kokosnusspalmen hindurch.
3.
Die Residencia ist ruhig am Meer gelegen, falls nicht ab und zu von einem Nachbarresort Karaoke herueberdroehnt.
4.
Oberhalb, nach dem Nachbargrundstueck, muendet ein Fluss ins Meer und stets nach Regenfaellen fuehrt dieser Unmengen an Muell und Faekalien. Diese werden durch die Stroemung direkt am Resort vorbeigefuehrt. In unserem Strandbungalow waehnten wir uns, ohne zu uebertreiben, mehrmals mitten in einem Klaerwerk.
5.
Unser Strandbungalow war geraeumig doch sehr einfach eingerichtet. Die Spuele verfuegte ueber kein heisses Wasser aus dem Wasserhahn, was Standard sein sollte. Das Grundstueck ist klein und ansprechend bebaut, es wirkt gepflegt, doch ueberall liegen die Hinterlassenschaften der drei Resort-Hunde herum. Auf die Frage, warum diese nicht weggeraeumt werden, antwortete uns der Inhaber mit "Das ist Natur pur". Die vielen Fliegen bestaetigten uns dies.
6.
Der Blick vom Grundstueck zum Meer wird neuerdings von einer Mauer versperrt, welche zur Abwehr der Brandung gebaut werden musste.
7.
Im Internet steht, das Brunnenwasser sei sauber und trinkbar. Philippinos moegen das Wasser vertragen, doch fuer Residenten ist es absolut ungeniessbar. Im Laufe der Wochen war mehrmals das Wasser versiegt und danach kam braune stinkende Bruehe aus dem Wasserhahn, versetzt mit Lehm und Sand. Man kann sich vorstellen, was fuer Krankheitserreger sich da im Wasserkreislauf befinden.
Vor dem Genuss dieses angeblich sauberen Brunnenwassers koennen wir nur eindringlich warnen. Es ist unverantwortlich, als vertrauensbildende Massnahme und aus reinem Geschaeftsinteresse dieses verunreinigte Wasser als Trinkwasser auszugeben.
8.
Jeder Bungalow verfuegt ueber eine Sickergrube. Wir fragen uns, wohin versickert der Inhalt.
9.
Waehrend unseres Aufenthaltes war mehrfach morgens kein Leitungswasser verfuegbar. Erst nach Reklamation wurde die Pumpe angeworfen. Das Wasser, welches dann aus der Leitung kam, war ekelerregend braun und stank. Nicht nur nach Rost !
10..
Das Wasser im Swimming-Pool war stets trueb und wenig einladend.
11.
Das Restaurant war bereits mit Pommes Frites ueberfordert.
12.
Moskitos hatten wir reichlich.
13.
Der Strandabschnitt wird zwar taeglich gereinigt, indem der ganze Muell ins Meer zurueckgeworfen wird. Entsprechend einladend sieht es direkt daneben aus.
14.
In dieser Residencia gab es kein Notstromaggregat, welches bei Stromausfall die Bungalows mit Elektrizitaet versorgt. Wiederholt sassen wir ohne Strom da, nach dem Taifun sogar mehr als fuenf Tage. Da Residenten Vorratshaltung betreiben, musste alles Gefriergut weggeworfen bzw. an die Hunde verfuettert werden, da nicht mehr gekocht oder gebraten werden konnte. Das eigene Bier musste warm getrunken werden, morgens gab es ein Glas Wasser anstelle von Tee oder Kaffee, der Ventilator stand nur zur Zierde herum, es gab kein Licht, kein Internet und kein warmes Wasser zum Duschen. Die Romantik bei der allabendlich verteilten Kerze hielt sich sehr in Grenzen.
15.
Die Kokosnusspalmen auf der Anlage hingen voll mit Nuessen und es war ratsam, einen Bogen um sie zu machen. Ein Hinweis beim Inhaber wurde mit einem Achselzucken beantwortet.
16.
Von einem Hausriff ist weit und breit nichts zu sehen. Beim Schnorcheln kann jede Menge im Wasser treibendes Gruenzeug und Plastikmuell bewundert werden. Ein ca. 200 Meter entferntes Sanctuary (kleines Meeresschutzgebiet) hat einige schoene Korallen, doch nahezu keine Fische mehr zu bieten.
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