Videokonferenzen in High Definition
Abgelegt unter Computer von steffiarms am 22. November 2011 um 11:31
High Definition Videokonferenzen
Videokonferenzen gehören mittlerweile bei vielen Unternehmen
zum alltäglichen Kommunikationsmittel. Die Vorteile der Videokonferenz-Systeme
liegen auf der Hand: Sie ersparen zeitraubende Reisen, Unternehmen können durch
die verringerten Reisetätigkeiten ihrer Mitarbeiter Kosten mindern und die
Angestellten haben die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit effektiver für das
Tagesgeschäft zu nutzen. Die Ausprägungen von Videokonferenz-Systemen für den
täglichen Einsatz reichen von Arbeitsplatz-Systemen über Lösungen für kleine-
und mittelgroße Konferenzräume bis hin zu Systemen, die in Konferenzsälen ihre
Verwendung finden.
Hersteller von Videokonferenz-Systemen bieten für die
unterschiedlichsten Gegebenheiten maßgeschneiderte Videokonferenz-Endpunkte an.
Die hochentwickelte Videokonferenz-Technik lässt viele Arten
der flexiblen Kommunikation zu: Neben der Punkt-zu-Punkt-Verständigung, bei der
Teilnehmer von zwei unterschiedlichen Standorten aus miteinander kommunizieren,
gibt es auch die sogenannte Mehrpunktkonferenz, die Konferenzteilnehmer vo
mehreren Standorten zu einer Videokonferenz zusammenführt. Damit dies von
technischer Seite auch umgesetzt werden kann, bedarf es Hard- und
Softwarelösungen, die sogenannten Multipoint Conferencing Units (MCU). Des
Weiteren kommen je nach Szenario Netzwerkkomponenten zum Einsatz – Beispiel
hierfür sind Gateway-, Gatekeeper-, Content-/Streaming-Server- oder
NAT-Firewall-Traversal-Lösungen. Gateways realisieren die Kommunikation
zwischen ISDN- und IP-Netzen. Ein Gatekeeper wird für die Kommunikation
zwischen privaten und öffentlichen Netzen eingesetzt. Mit Content-/Streaming
Servern lassen sich Videokonferenzen aufzeichnen und zeitversetzt betrachten.
Um die Kommunikation über Firewalls zu ermöglichen, werden NAT-Firewall-Traversal
Lösungen eingesetzt.
Bei einer Videokonferenz werden nicht nur Video und Audio in
Echtzeit übertragen; in aller Regel werden Meetings dieser Art zum
Datenaustausch genutzt. Dazu zählen vor allem PC-Inhalte wie Präsentationen
oder Kalkulationen. Damit eine Verständigung zwischen verschiedenen
Videokonferenz-Systemen gewährleistet ist, halten alle namhaften Hersteller die
internationalen Standards für Videokonferenz-Systeme ein.
Qualitativ hochwertige Bilder
High Definition ist die aktuelle Entwicklungsstufe der
Videostandardisierung. Die Basis für die Umsetzung dieser neuen Standards sind
vor allem leistungsstarke Prozessoren und kodiereffiziente Codecs. Im Gegensatz
zur High Definition TV-Ausstrahlung, abgekürzt HDTV, findet bei der High
Definition Videokonferenz eine bidirektionale Kommunikation statt. Um eine High
Definition Videokonferenz durchzuführen, muss die gesamte Kommunikationskette
aus HD-fähigen Komponenten bestehen und zudem muss auch gewährleistet sein,
dass die notwendige Bandbreite zur Verfügung steht, denn Bilder der High
Definition Klassifizierung werden mit hoher Auflösung übertragen. Je nach
Hersteller und HD-Format empfehlen wir eine Bandbreite von 1,5 Mbit/s synchron.
Abbildung 1 gibt einen Überblick über Auflösungen und die gleichzeitig
benötigte Bandbreite.
Bei der High Definition Videostandardisierung wurden
unterschiedliche Formate festgelegt. Entscheidende Kriterien bei der Festlegung
der High Definition Formate waren die Auflösung, die Bildwiederholrate und das
Bildseitenverhältnis. Die nebenstehende Tabelle stellt einen Auszug aus den
möglichen High Definition Formaten dar.
Anders als bei der Interlace-Technik (i), die auch als
Zwischenzeilenverfahren bezeichnet wird und mit zeilenverschränkten Halbbildern
arbeitet, wird beim Progressive Scan (p), dem Vollbildverfahren, der Bildaufbau
durch die Einspeisung von echten Vollbildern gewährleistet. Das momentan bei
Videokonferenz Systemen in der Praxis unterstützte Format liegt bei 720p im
Progressiv-Modus – hierbei werden alle Zeilen hintereinander auf das
Anzeigemedium geschrieben. Mit dieser Darstellungsweise arbeiten üblicherweise
PC-Monitore. Im Gegensatz dazu findet die Darstellung bei einem Format von
1080i im Interlaced Modus statt. Das Verfahren baut bei der Bildentstehung erst die ungeraden Zeilen auf
und komplettiert das Bild mit dem zweiten Halbbild, das dann aus den geraden
Zeilen entsteht. Diese Art der Bilddarstellung wurde ursprünglich für die
TV-Ausstrahlung entwickelt und diente dem Zweck der Bandbreiteneinsparung.
Videokonferenzen in High Definition
Je mehr horizontale und vertikale Pixel für die Übertragung
der Bildinformation verwendet werden, desto schärfer und klarer ist das
dargestellte Bild. Zugleich spielt die Höhe der Bildwiederholrate für die
realitätstreue Darstellung eines Bildes eine wesentliche Rolle. Abbildung 3
verdeutlicht den Unterschied zwischen einer Bildauflösung von 352 x 288
Bildpunkten und 1280 x 780 Bildpunkten. Im Gegensatz zur Darstellung im
4:3-Format sorgt das Bildseitenverhältnis 16:9 für ein größeres Blickfeld.
Das16:9-Format liefert dem menschlichen Auge einen verbesserten Bildeindruck
und bietet somit ein überaus gut wahrnehmbares Bildseitenverhältnis – ein Grund
dafür, dass Hersteller der Anzeigemedien schon früh mit der Produktion von 16:9-Geräten
reagierten und sich das breite Bildseitenverhältnis etablieren konnte.
High Definition Systeme vs. herkömmlicher Videokonferenzen
Bei High Definition Videokonferenz-Lösungen ebenso wie bei
herkömmlichen Videokonferenzen müssen einige Kriterien für die Realisierung
beachtet werden. Hierzu zählen beispielsweise die verfügbare Bandbreite für
Videokonferenzen, die Größe des Konferenzraumes, die Anzahl der Personen, die
an der Videokonferenz teilnehmen, die Auswahl der geeigneten Anzeigemedien sowie
die Raumbeleuchtung. High Definition Videokonferenzen bieten im Gegensatz zu
herkömmlichen Videokonferenz-Systemen deutliche Vorteile: Hauptmerkmal ist die
höhere Bildauflösung – High Definition ist gerade dann vorteilhaft, wenn es um
detailgetreue Darstellungen geht. Eine hohe Auflösung bewirkt eine klare und
scharfe Darstellung von Bilddetails und somit eine bessere Abbildung der
Realität. Es gibt viele Beispiele für Verwendungen in den einzelnen Branchen:
Im Medizinbereich könnten so Ferndiagnosen erstellt werden oder
Fahrzeugkonstrukteure könnten mit ihren Kollegen aus den verschiedensten
Ländern über die Konstruktion ihrer Prototypen diskutieren. Die Vorteile von
High Definition Videokonferenz-Lösungen werden auch bei der Nutzung von großen
und modernen Anzeigemedien sichtbar – herkömmliche Videokonferenz Systeme
stoßen mit ihrer niedrigeren Auflösung oftmals an ihre Grenzen und behindern so
die Kommunikationsqualität: Bilder, die in einer niedrigeren Auflösung
angezeigt werden, fordern einen größeren Betrachtungsabstand – somit können
unbehagliche Situationen für die Konferenzteilnehmer entstehen.
Nur live ist besser
Gute und effiziente Kommunikation ist ein entscheidender
Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Vor allem dann, wenn das Unternehmen an
mehreren Standorten agiert, sind technische Kommunikationsmittel wie die
Videokonferenzen für einen zügigen Austausch und Abgleich zwischen Kollegen und
Geschäftspartnern unabdingbar. Kosten können durch verminderte Reisetätigkeiten
gesenkt werden und Mitarbeiter können dank der schnellen Verständigung via
Videokonferenz ihre Arbeitszeit effektiver nutzen. Mit der Einführung von High
Definition in der Videokonferenz-Sparte hat dieser Kommunikationsbereich eine
weitere wichtige Ergänzung erfahren, die durch ihre detailgetreue Abbildung der
audiovisuellen Inhalte interessanter und vielseitiger kaum sein könnte.
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