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Die Bildungsprämie
Abgelegt unter Bildung von amaveo am 19. Januar 2009 um 12:22
Das Lernen im Beruf wird immer wichtiger. Die Arbeitswelt verändert sich; Beschäftigungen im Rahmen einer Festanstellung dauern nicht mehr wie früher über 30 Jahre oder länger. Häufigere Wechsel des Arbeitsplatzes, Krisen mit vorübergehender Arbeitslosigkeit und verschiedene Tätigkeiten im Laufe eines Lebens sind im Gegensatz zu den guten alten Zeiten heute normal. Dazu trägt auch die Veränderung in der Zusammensetzung der Bevölkerung bei: Der demografische Wandel bringt mehr Arbeitnehmer, die älter sind und sogar mancher Rentner verdient heute noch Geld dazu.
Um in der Arbeitswelt bestehen zu können, ist die Weiterbildung oder vielleicht sogar eine neue Ausbildung heute deutlich wichtiger, als noch vor 20 oder 30 Jahren. Wer in dieser Arbeitswelt Karriere machen will oder vielleicht einfach den Arbeitsplatz sichern will, muss sich bilden. Dabei ist das Konzept lebenslangen Lernens noch lange nicht in aller Köpfe verankert. Vor allem, wer heute 50+ ist, hat das Berufsleben oft unter ganz anderen Bedingungen begonnen und tut sich heute schwer mit den Veränderungen, die immer schneller voran gehen. Nichtsdestotrotz ist es aber notwendig, Schritt zu halten. Das gilt für die Generation 50+ noch mehr, als für junge Menschen. Letztlich ist der Arbeitsmarkt für die Generation 50+ äusserst schwierig und Bildung hilft dabei, das Einkommen zu sichern.
Der Gesetzgeber hat nun einen ersten Schritt entworfen, mit dessen Hilfe die Fortbildung für Arbeitnehmer unterstützt werden soll. Bildungsprämie heisst das neue Zauberwort, bei dem Arbeitnehmer nach Abschluss der Ausbildung - also nach einer Berufsfausbildung oder einem Studium oder ähnlichem - finanzielle Hilfen für die weitergehende Bildung erhalten soll. Die Bildungsprämie ist jedoch nur ein Tropfen auf einen heissen Stein.
Die Bildungsprämie umfasst verschiedene Massnahmen. Eine dieser Massnahmen besteht darin, dass für die Bildung vergünstigte Darlehen angeboten werden sollen. Mit anderen Worten: Wer heute im Laufe eines Berufslebens Fortbildung braucht, muss mit einem Kredit selbst dafür aufkommen. Insbesondere bei der Generation 50+ ist dies äusserst fragwürdig, denn ob es diese Darlehen auch für ältere Arbeitnehmer geben wird, ist derzeit nicht geklärt. Eine Weiterbildungsprämie von bis zu 154 EUR pro Jahr bei Ausgaben von mindestens 338 EUR pro Jahr für die Bildung soll es ebenfalls geben. Allerdings ist dieser Betrag angesichts der Kosten für die berufliche Bildung doch ein bisschen niedrig angesetzt.
In Ergänzung zu diesen Massnahmen denkt der Gesetzgeber darüber nach, ein so genanntes Bildungssparen zu etablieren, bei dem Arbeitnehmer für zukünftige Bildungsmassnahmen sparen sollen. Das Modell soll dem der privaten Altersvorsorge entsprechen. Zweifelhaft ist allerdings, inwieweit dieses Konzept funktionieren kann - wer heute 50+ ist, hat wohl kaum die Gelegenheit noch 25 Jahre zu sparen, bevor er oder sie die Vorteile aus diesem Bildungssparen in Anspruch nehmen kann. Insofern bleibt festzuhalten, dass das Massnahmenpaket zum lebenslangen Lernen zwar einen netten Versuch darstellt, bestimmte Bevölkerungsgruppen - sprich: 50+ - werden jedoch benachteiligt.
Autor/in: Andrea Delp
Kontakt: info(at)amaveo.de
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