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Individuelle Druckverfahren - der Buchdruck
Abgelegt unter Allgemein von julkos am 23. Januar 2012 um 15:58
Beim klassischen Buchdruck handelt es sich um ein Hochdruckverfahren. Am 11. Mai 868 wurde die erste Buchdruckruckversion des Diamant-Sutra in China mittels Holztafeldruck hergestellt. Dieser war wahrscheinlich schon um 1040 in China bekannt, von wo die ersten schriftlichen Zeugnisse über chinesische Buchdrucke aus dem Jahr 1324 stammen. In aktuellen Darstellungen der UNESCO wird das koreanische Jikji auf den Juli 1377 datiert. Es wäre damit "das älteste Buch der Welt", das mit Bronze-Lettern gedruckt wurde. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern in Fernost wurde jedoch nur sporadisch verwendet, blieb als arbeitsintensiver Handdruck unter den technischen Möglichkeiten der Zeit und verschwand mit Einführung der westlichen Drucktechnik im 19. Jahrhundert schließlich ganz.
Die Erfindung des modernen Buchdruckes geht auf den Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg zurück, der in der Mitte des 15. Jahrhunderts ein komplettes, maschinenbetriebenes Drucksystem mit beweglichen metallenen Lettern einführte. Seine Druckerpresse revolutionierte den Buchdruck und machte das gedruckte Buch zu einem Massenartikel, der die Grundlagen für die heutige Wissensgesellschaft legte und entscheidend zur Entfaltung der modernen Massenbildung und Wissenschaften beitrug. Schlüssel seines Erfolges für den Buchdruck war die technische Ausgereiftheit des Systems nach langen Phasen erheblicher Rückschläge sowie nach erheblichen Investitionen auf Kredit und als Beteiligungen, die Gutenberg den wesentlichen kommerziellen Erfolgsanteil an seinen Bemühungen kosteten. Den frühen Verlegern boten seine Erfindungen erhebliche Profitchancen und machten so gleichzeitig Bücher für eine breitere Allgemeinheit erschwinglich.
Medien- und technikhistorisch wird Gutenberg heute weniger als technischer Erfinder gewürdigt, denn als technisch inspirierter Kaufmann, der ein Bedarfs-Potential mit erheblichen Geldmitteln erschloss. Dies deshalb, weil man seine 42 zeilige Bibel wie auch die Lutherbibel, die nach ihm der Durchbruch dieser Techniken war, auch ohne seine Erfindung der beweglichen Seiten druckmäßig hätte vervielfältigen können, denn der Text änderte sich ja nicht so schnell, so dass feste, "gravierte" Platten ebenso gut bzw. besser als die Gebinde einzelner, eigentlich loser Seiten in der mittleren Auflage durchhielten.
Seine Kalkulationen auf der Grundlage zu hoher Erwartungen an die Auflagenfähigkeit/Produktivität seiner Techniken (zunächst kaum Vorteile zur Klosterhandschrift) sollten sich lange nicht erfüllen, was die Finanzierung für seinen Buchdruck mehrfach ins Rutschen brachte. Der letztliche Durchbruch für den Buchdruck zu den großen, preiswerten Auflagen erfolgte endgültig nach der Einführung fester Druckplatten  in Verbindung mit der Schnelligkeit, in der Texte durch das Setzen vorgefertigter Lettern erstellt werden konnten.
Heute werden Bücher meistens im Offsetdruckverfahren gedruckt, selten im Tiefdruckverfahren. Letzteres wird meistens für Zeitschriften und Versandhauskataloge verwendet. Das neueste Verfahren (Stand 2007) ist der Digitaldruck. Während beim Offsetdruck noch Druckplatten (Druckvorlagen) produziert werden, verzichtet man bei Digitaldruckverfahren völlig auf die Herstellung von Druckvorlagen. Diese Techniken schaffen die Voraussetzungen für das „Book on Demand“. (Dies ist seit Mitte der 90’er Jahre angewendetes Publikationsverfahren für Kleinstauflagen von Büchern oder Zeitschriften)
Der Buchdruck ist somit gesehen das Ur-Druckverfahren, von welchem die heutigen Druckverfahren abstammen. Ohne den Buchdruck gebe es keinen Offsetdruck, Tiefdruck, Digitaldruck etc. Aber dank Johannes Gutenberg können die Menschen in der heutigen Zeit  Ihre Bücher, Zeitschriften oder Zeitungen lesen. Sonst wäre das Leben auch ziemlich langweilig!
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