Wenn Daisuke Inoue damals, Anfang der 1970er Jahre geahnt hätte, was er damit anrichtet, als er ein paar Automaten in einer japanischen Großstadt aufstellte auf denen zum Playback von bekannten und beliebten Liedern per Mikrofon der Liedtext nachgesungen werden konnte, er hätte sich sicherlich diese Idee vorab patentieren lassen und somit für seinen Lebensunterhalt gesorgt. Denn Daisuke Inoue erfand damals etwa, was heute als typisch japanisch und zudem sehr erfolgreich auch in anderen Ländern außerhalb Japans gilt, das Karaoke. Es gilt als recht typisch japanisch, doch das Prinzip funktioniert mittlerweile auch in Deutschland sehr gut und erfolgreich, das beweisen Videospiele, die mit speziellen Mikrofonen ausgeliefert werden, Fernsehsendungen im Musikfernsehen, die ebenfalls einen Untertitel mitlaufen lassen, auf dem der Text sowohl synchron zur Musik als auch mit optischen Akzenten vorgeblendet wird, um dem Sänger vor dem Bildschirm das Mitsingen zu vereinfachen. Dabei geht es beim Karaoke nicht unbedingt und ausschließlich um die besten und tonsichersten Sangeskünste, es zählt eher der generelle Unterhaltungsfaktor und der Spaß, den der Vortragende dabei entwickelt und der sich im Idealfall auf das Publikum direkt überträgt. Dabei ist es also auch nicht entscheidend, dass der Sänger das Lied kennt, das intoniert wird, sondern viel mehr, dass die Show, die er macht stimmt und das Publikum begeistert, dass der Spaß an der Sache im Vordergrund steht. Und so ist Daisuke Inoue mit seiner genialen Idee zwar nicht so reich geworden, wie er es hätte werden können, doch dafür hat er Japan und der Welt einen charmanten Zeitvertreib geschenkt, der sich wachsender Beliebtheit erfreut.